Wildbienen-Nisthilfe

MDF-Platte (16x16x1,6 cm), ausgefräste Rillen
(9 mm, 3-4 mm)

Hier eine Bauanleitung für eine Wildbienen-Nisthilfe von Maik Prautzsch.
Er hat sich viel mit dem Thema auseinandergesetzt und daraufhin diese Nisthilfe entwickelt. (Fotos: S. Voigt, M. Prautzsch)

Kokons

Das Innenleben besteht aus mehreren MDF-Platten (16x16x1,6 cm) mit eingefrästen Nuten (9 mm und 3-4 mm). Mit einem Spanngurt werden die einzelnen Platten gesichert.

Stahlblauer Grillenjäger im Bienengarten

Die Kokons werden zum Winter hin auf Schädlinge überprüft, man kann alles auseinandernehmen. Schädlinge, wie z.B. Florfliegen und Schlupfwespen legen Eier in die einzelnen Brutröhren und deren Nachwuchs ernährt sich von den Wildbienen. Deshalb sind die Röhren auch an einer Seite geschlossen, damit die Röhren für die Schädlinge nicht so leicht zu wechseln sind. Bis zu 10 Wildbienen haben hintereinander Platz.

Sichern mit Spanngurt

Für einen Wetterschutz kann man Siebdruckplatten in 1,8 cm Stärke verwenden. Bei einer geschützten Aufstellung ist auch Holz möglich. Drei passende Aluminiumstangen (4 mm) halten Vögel fern. Das Dach ist oben zu öffnen, um den Schädlingsbefall zu überprüfen.

Der Wetterschutz:
Vogelsperre und unten zwei kleine, halbierte
Holzdübel (6 mm) als Sturmsicherung

Hier sind die benötigten Teile der Außenhülle zu sehen. Werkzeuge sind Kreissäge, Oberfräse und Akkubohrer/ -schrauber.

Fast alle Teile auf einen Blick.

Zuerst schneidet man die Siebdruckplatte zu. Die Maße stehen auf dem Bild. Dann braucht man noch für die Rückseite zwei kleinere Stücke, 7×3 und 7×5 cm. Daran wird die Nisthilfe später aufgehängt. Das kleinste Stück dient unten auf der Rückseite als Abstandshalter, sonst hängt der Witterungsschutz schief. Befestigt wird die Kiste beispielsweise an einem in den Boden geschlagenen Pfahl.

Einzelteile des Witterungsschutzes

Die Teile werden mit einer Oberfräse angefast, damit die Kanten gebrochen werden.
Kleine Teile werden mit einer Schiebeleiste geführt, damit man sich nicht verletzt.

Anfasen mit der Fräse und Schiebehilfe

Man kann sich zum Zusammenschrauben eine Montagehilfe bauen, dann passt alles.

Eine selbstgebaute Lehre zum Zusammenbau.

Jetzt werden alle Löcher in die Einzelteile gebohrt. Einen 6mm Holzdübel halbieren.

Unterseite: Von der 18 cm langen Seite vorne mißt man nach hinten 6,3 cm ab, der beidseitige Seitenabstand ist 5 cm. Dort bohrt man mit einem 6 mm Bohrer zwei Löcher etwa 0,5 bis 0,75 mm tief für die halbierten Holzdübel. Diese werden verleimt.

Verleimen der Rutschsicherung

Seitenteile: Die beiden Seitenteile werden spiegelverkehrt vorgebohrt, da eine Seite links, die andere rechts angeschraubt wird. Alle Bohrlöcher zum Verschrauben werden mit dem Senkkopf nochmal nachgearbeitet. Der Abstand vom Rand ist jeweils 9 mm.

Unterteil und Seitenteile, spiegelverkehrt, Außenseite,
dort wo die oberen Bohrlöcher in der Mitte nebeneinander zu sehen sind, ist die Vorderseite

Jetzt werden beide Seitenteile umgedreht und innen an der Vorderseite je dreimal (spiegelverkehrt) 0,5-0,75 cm mittig mit einem 5 mm Bohrer angebohrt. Nicht durchbohren! Man sollte, um die Mitte zu bestimmen erst noch die Höhe des Frontbretts à 5 cm mitberücksichtigen. Der Randabstand beträgt 0,9 cm. Der Abstand der Löcher untereinander beträgt 3 cm (eins in der Mitte, jeweils eins oben und unten). Dort werden die Alustangen (4 mm, 19 cm lang) für den Vogelschutz beim Zusammenbau eingepasst.

0,5 bis 0,75 cm tiefe Löcher für die Stangen auf der Rückseite der Seitenteile

Seite und Unterseite werden mit 40×3,5 mm Edelstahlschrauben verschraubt. Die Alustangen werden verleimt.


Seitenteil und Unterseite, die Stangen werden verleimt
Das zweite Seitenteil wird verschraubt, dabei die Stangen einpassen.

Die Rückwand wird mit beiden Seiten verschraubt (40×3,5 mm Edelstahlschrauben).

Rückwand einpassen und festschrauben

Das Frontbrett wird vorne verschraubt (40×3,5 mm, Edelstahl).

Frontbrett befestigen

Um das Scharnier zu befestigen wird bei der Vorderseite die Mitte angezeichnet, ebenso beim Deckel. Man kann die Platte dort, wo sich das Scharnier befindet, auch ausstemmen. Vorbohren und für das Frontbrett 25 mm Schrauben, für den Deckel 20 mm Schrauben verwenden.

Mitte bestimmen, vorbohren, 25 mm Schrauben
Befestigung des Deckels mit 20 mm Schrauben

Für die Aufhängung an der Rückseite werden die beiden kleinen Stücke benötigt (7×3 cm und 7×5 cm). Mit Holzleim und je zwei 25 mm Schrauben werden sie an der Rückseite befestigt. Die vorbohrten Löcher werden etwas tiefer abgesenkt, damit die Schraube greift. Die Metallaufhängung wird mittig mit Schrauben befestigt.

Abstandhalter und Aufhängung

Zwei Ringösen werden mit Hilfe eines Schraubenziehers in vorgebohrte 3mm Löcher eingedreht und mit Draht gesichert.

Drahtsicherung

Die Nisthilfe wird in die Wetterschutzkiste eingelegt und an einem Pfahl befestigt oder in ein Wildbienenhotel gestellt. Ein sonniger, warmer Standort mit Regenschutz ist zu bevorzugen.

Pflege: Um die Puppen der Wildbienen vor Parasiten zu schützen ist es ratsam , ab November die Nistblöcke durch Öffnen des Spanngurtes zu zerlegen. Die robusten größeren Kokons werden mit einem schmalen Malerspachtel/ kleinem Schlitz-Schraubenzieher vorsichtig durch Rechts- und Linksbewegungen entfernt. Die 3-4 mm großen Kokons werden nicht entfernt, sie sind zu empfindlich. Die Kokons werden im Küchensieb erst von Lehm und Pollenresten trocken befreit, dann unter fließendem kalten Wasser abgespült, sanft abgetupft und in einem kleinen Pappkarton mit bleistiftgroßen Löchern im Deckel hinter der Nisthilfe draußen gelagert. Die Temperaturen sollten nicht zu warm sein, damit die Bienen nicht vorzeitig schlüpfen. Die leere Nisthilfe wird nach einer Reinigung mit Bürste (trocken) wieder davor gestellt. Eventuell wird sie im Backofen desinfiziert, das schützt vor Milbenbefall. (80 Grad, 30 Minuten) Schadinsekten haben so weniger Chancen.

Ab Frühjahr schlüpfen die Wildbienen und besiedeln mit ihrem Nachwuchs wieder die gereinigte Nisthilfe.

Fertig!

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